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Weltwirtschaftslage

Konjunktur – Die offiziellen Daten sagen nicht die ganze Wahrheit über die Lage der europäischen Wirtschaft

Die Weltwirtschaft hat sich nach der letzten Finanzkrise wieder leicht erholt, wobei die Schwellenländer weiterhin die treibenden Kräfte sind. Viele OECD-Staaten, die am stärksten entwickelt sind, spüren aber nach wie vor die Auswirkungen nicht nur der Krise, sondern des Umbruchs, der schon vor 20 Jahren begonnen und jetzt ein gravierendes Ausmaß erreicht hat und der letztendlich eine Verschiebung von Wohlstand weg von den reichen und hin zu den aufstrebenden Ländern bewirkt. Nur wenigen Industriestaaten gelingt es, im Jahr 2011 wieder bis an jenen Punkt aufzusteigen, wo sie vor dem krisenbedingten Absturz standen. Italien, Portugal, Spanien und allen voran Griechenland gehören mit einigen anderen EU-Staaten zu den Problemkindern, deren Existenz geprägt ist von einem schwachen Wirtschaftswachstum, einer hohen Staatsverschuldung, einer entsprechenden Abgabenbelastung und einer geringen Produktivität.

Wirtschaftslokomotive Deutschland

Deutschland eine recht günstige Finanzregelung und eine im Vergleich zu anderen Staaten starke wirtschaftliche Struktur, kann sich aber natürlich nicht den gesamteuropäischen Rahmenbedingungen entziehen. Dazu kommt, dass auch hierzulande Schwächen bestehen – von rücklaufenden Exportzahlen über die unzureichende Produktivität und den teuren Produktionsprozeß mitsamt überhöhten Lohnkosten bis zu den unterschiedlichen Nachteilen im internationalen Konkurrenzkampf. Positiv wirken sich hingegen die Branchenvielfalt, die gute Ausbildung, das solide wirtschaftliche Fundament, das starke Engagement der Bevölkerung und andere Faktoren aus; darunter der Umstand, dass Deutschland, das neben Frankreich führende Land im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise, derzeit eine im Vergleich zu anderen EU- Staaten positive wirtschaftliche Phase durchlebt.

Volkswirtschaftliche Herausforderungen

Neben den betrieblichen Problemen gibt es aber auch volkswirtschaftliche. Die Nettolöhne sind in manchen Branchen und Tätigkeitsbereichen nicht ausreichend, um angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und Wohnungspreise ein Auskommen zu garantieren. Auf der anderen Seite werden Arbeitsplätze mit Ausländern besetzt, während eine inzwischen erkleckliche Anzahl von gut ausgebildeten jungen Deutschen Jobs im Ausland angenommen hat. Die Struktur der deutschen Wirtschaft droht angesichts der Bildungsentwicklung in Schieflage zu geraten, was insbesondere höhere Sozialausgaben und steuerliche Mindereinnahmen bedingt.
Die Politik – so scheint es – ist wirklich gefordert.